Schreibblockaden meistern

Das leere Blatt

Wir Menschen erzählen einander unentwegt Geschichten. Das ist unsere Natur. Wie kann es dann sein, dass wir vor einem leeren Blatt sitzen und in wachsender Panik davor erstarren wie das Kaninchen vor der Schlange?
Ich muss gestehen, dass ich nicht an die Schreibblockade glaube, jedenfalls nicht als schicksalsschwere Selbstdiagnose. Woran ich glaube, das sind Selbstzweifel und Müdigkeit, Ablenkung – und Mangel an Informationen in dem Moment, in dem ich sie benötige.

Ein Archiv anlegen

Bestimmt gibt es Menschen, die komplex verschränkte Handlungsstränge und alles andere im Kopf haben und die Story munter sprudelnd herunterschreiben. Und dann gibt es Leute wie mich, die bei der Vorarbeit zu einem Buch doppelt bis dreimal so viele Informationen zu Handlung, Rahmen und Personen sammeln, wie sie später im Manuskript verwenden werden. So entsteht ein gewaltiges Archiv, aus dem ich jederzeit mit vollen Händen schöpfen kann und ziemlich sicher bin, dass ich mich innerhalb der glaubwürdigen Möglichkeiten meiner Story bewege.

Die Angst besiegen

Eine Übung dazu. Denk an die größte Angst deiner Hauptfigur. Notiere, ohne groß nachzudenken, fünf Überschriften: Fünf Möglichkeiten, diese Angst zu besiegen. Ob vernünftig oder absurd, spielt keine Rolle. Anschließend widmest du jeder dieser Möglichkeiten zwei bis drei Absätze Text, um ein bisschen genauer zu werden und bei Bedarf darauf zugreifen zu können.

Ein Sprint. Und dann der nächste.

Eins noch zum Schluss: Ich bin ein literarischer Kurzstreckenläufer. Meine Manuskripte entstehen, indem ich die Geschichte in viele Minikapitel unterteile, die ich jeweils in fünf bis zehn Zeilen beschreibe. Das hilft mir dabei, den Überblick zu bewahren und logische Fehler zu vermeiden. Vor allem aber sehe ich, dass eh schon alles da ist und ich es nur noch auf ein paar Seiten in eine literarische Langform bringen muss. Probier’s einmal aus!

Nulldrei

Von null auf drei in einem Wort, vom Nichs zu dem, was aller guten Dinge sind. Das ist die Blogseite von Eva Stemberger und Stefan Peters.

Unser Anspruch? Nichts weniger, als die Welt ein bisschen runder zu machen. Und wenn’s bloß der Teil von Welt ist, den wir durch unser persönliches Guckloch wahrnehmen können, dann ist’s die Sache wert.

In strikt unregelmäßiger Reihenfolge veröffentlichen wir hier Anstöße zu Gesellschaft & Politik, Kultur & Arbeit.

Feel free to share!

Die Untergeher

Die SPÖ, am Rande der Bedeutungslosigkeit, spricht von einem notwendigen Neustart. Wie es aussieht, bleibt es dabei. Nämlich beim Sprechen. Ein Lokalaugenschein.

Gestern war ich bei einer sozialdemokratischen Diskussionsrunde. Am Podium eine junge Mitmach-Aktivistin, ein mittelalter Ex-Bundesgeschäftsführer und ein alter sogenannter Querdenker. Es ging um die Frage, wie eine allfällige Erneuerung der SPÖ aussehen könnte oder müsste. Die Untergeher weiterlesen

Das erste Mal auf dieser Seite

Freundlicherweise hat mich Stefan Peters eingeladen, auf seiner Seite mitzuwirken. Nun – diese Einladung nehme ich gerne an.

Vor mittlerweile sieben Jahren hatte ich meinen eigenen Blog. Habe viel und auch manchmal wirres Zeugs geschrieben. Aber es hat mir Freude gemacht. Und nicht nur mir. Da waren einige da, die mitgelesen haben. Und das hat erst so wirklich Freude bereitet.

Schau ma mal, wie es nun werden wird.

Jedenfalls Danke an Stefan für die Einladung!

Politik der kleinen Gefühle

Die neue Bundesregierung und mit ihr das Parlament haben jetzt die Chance, sich nach langen Jahren erstmals wieder auf Neuland zu wagen – auf das der Sachpolitik.

Ja, ich weiß: das klingt subversiv. Weil es die Frage aufwirft, welche Art von Politik denn stattdessen während der vergangenen Legislaturperioden betrieben wurde. Ich nenne es Gefühlspolitik, und zwar von allen Seiten. Wenn von ÖVP und FPÖ das Gefühl der Angst vor dem Fremden, und also den Fremden, als Handlungsgrundlage für fremdenfeindliche Politik benützt wurde; wenn von der SPÖ das Gefühl der Empörung über ebenjene Fremdenfeindlichkeit und die Angst vor dem eigenen Machtverlust als Handlungsgrundlage eigener Klientelpolitik benutzt wurde; wenn die Grünen die Angst vor dem ökologischen Kollaps und die Neos die Angst vor dem Untergang der Mittelklasse als politisches Programm installierten, hat die Sachpolitik verloren. Politik der kleinen Gefühle weiterlesen

Arbeit neu denken

Unlängst sagte mir ein Mann, Angehöriger meiner Generation, er halte das Bedingungslose Grundeinkommen für eine linke Idee. Nicht, dass er dagegen sei. Aber, eben links. Was mich an dieser Aussage störte, war die Verknüpfung von links und aber.

Abgesehen davon, dass ich die politischen Zuordnungen in links und rechts für nicht mehr zeitgemäß halte, jedenfalls nicht, wenn es darum geht, sich individuell generalzupositionieren, halte ich den Gedanken, das BGE einer weltanschaulichen Richtung zuzuschreiben, für unbrauchbar, um mögliche Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwägen.

Denn: It’s the economy, stupid! Arbeit neu denken weiterlesen

Transatlantische Nebelgranaten

Viel ist dieser Tage über das Freihandelsabkommen mit Kanada, CETA, zu hören. Der österreichische Kanzler ist dagegen bzw. dafür, es zu unterschreiben. 27 Mitglieder der EU sagen letztendlich ja, Belgien sagt nein. Weil die Wallonen. Wollen nicht. Das Werkl steht, die kanadische Handelsministerin weint vor der Kamera. Es wäre so schön gewesen, wenn.

Wäre es? Transatlantische Nebelgranaten weiterlesen

Feuerwehrmänner und Brandstifter

„Bei Suchtmitteldelikten werden neunundneunzig Prozent von Nichtösterreichern begangen.“

Wer das über die heimische Drogendelinquenz sagt, ist nicht irgendwer, sondern Wolfgang Sobotka. Und er sagt das nicht als Privatmann in trauter Runde an einem Niederösterreichischen Stammtisch, sondern als Innenminister, als Regierungsmitglied.

Die Zahl hat nur einen Schönheitsfehler. Sie stimmt nicht. Feuerwehrmänner und Brandstifter weiterlesen

Die Welt ein bisschen runder machen